CDU Kreisverband Vechta

Landtagswahl am 9. Oktober 2022 in Niedersachsen

Dieser Wahlabend hat es in sich gehabt. Als CDU haben wir die Landtagswahl in Niedersachsen leider klar verloren.

 

Die Wahlbeteiligung ist von 63,5% auf 61,5% leicht zurückgegangen, liegt aber noch knapp über dem Landesschnitt (60,3%). Im Vergleich zu WK 73 Bersenbrück ist der WK 68 Vechta noch etwas besser, aber Beide verzeichnen einen Rückgang der Wahlbeteiligung. Der Trend geht klar zu weniger Wahlbeteiligung, nur ein einziger WK konnte seine Wahlbeteiligung steigern (WK5 Gifhorn-Nord/Wolfsburg +0,2). Sowohl die Gemeinde Bakum (70,69%) und die Gemeinde Visbek (69,64%) haben überdurchschnittlich gute Wahlbeteiligungen gezeigt. 
Bernd Althusmann konnte als Spitzenkandidat die Wähler in Niedersachsen nicht überzeugen. Das zeigen unter anderem die Veränderungen der Direktmandate. Fünf Wahlkreise verliert die CDU an die SPD. Hingegen kann die CDU keinen neuen Wahlkreis für sich gewinnen. Die CDU kann ihr Zweitstimmenergebnis außerdem in keinem einzigen Wahlkreis verbessern. 

Den höchsten Zweitstimmenanteile hat der WK 68 Vechta für die CDU geholt, mit einem Prozentpunkt Vorsprung vor Papenburg sind es immerhin 46,7 %. Leider gehört die CDU im Wahlkreis Vechta zu den großen Verlierern bei den Zweitstimmen. Ganze -10,8 Prozentpunkte sind es im Vergleich zur Wahl 2017. Nur WK 67 Cloppenburg hat mit -12,9 Punkten mehr Zweitstimmen an die anderen Parteien verloren. WK 82 Papenburg, welcher mit einem ebenfalls guten Ergebnis hervorsticht, hat ebenfalls Einbußen in Höhe von -9,5 Punkten zu verzeichnen.  
Der Abstand zwischen CDU und SPD ist nirgends so groß wie in Vechta. Die CDU in Vechta kann mit 23,9 Prozentpunkten den größten Vorsprung landesweit vor der SPD verzeichnen. Cloppenburg (WK 67) verzeichnet den zweitgrößten Vorsprung mit 21 Prozentpunkten, Bersenbrück immerhin noch 12,4 Punkte. 

Das beste Erststimmenergebnis landesweit und unter allen Parteien geht an den CDU Kandidaten aus WK 82 Papenburg, Hartmut Heinrich Moorkamp, mit 53,3 %. Dicht dahinter unser Kandidat, André Hüttemeyer mit 53,0 % und damit der zweit höchste Wert in Niedersachsen. Christian Calderone konnte immerhin 45,8 % erlangen, Lukas Reinken 39,6 % und Christoph Eilers glatte 50 %. 

AfD und Grüne in Vechta: 
Die AfD kann in Holdorf ihr bestes Ergebnis verzeichnen. Immerhin 12,83% der Zweitstimmen gehen an die AfD und 13% der Erststimmen. Besonders erschreckend sind Wahlbezirk 1 und 2 in Holdorf und Bezirk 26 in Vechta. Hier konnte der AfD Kandidat 21,26%,  20,61% und 33,26% der Erststimmen erlangen. Außerdem hat die AfD hier 21,03% und 20,45% der Zweitstimmen vom Wähler bekommen. Andere Gemeinden zeigen vereinzelt ebenfalls erhöhte Prozente für den Direktkandidaten der AfD (Wahlbezirk 9 in Steinfeld 20,05%, Wahlbezirk 6 17,38%, Bezirk 12 in Goldenstedt 21,98 %, Bezirk 7 in Dinklage 20,48% und Bezirk 25 in Vechta 23,89%).

Die Grünen verzeichnen ihre besten Zweitstimmen-Ergebnisse in den Städten. In Vechta 13,93%, in Lohne 11,93% und Dinklage 11,51%.  Die Kandidatin der Grünen erlangt ähnlich hohe Werte als Erststimmen (Vechta 14,5%, Lohne 14,29% und Dinklage 12,95%). Es liegt nahe, dass die Bürger in den Städten den Trend mitgehen und Grün wählen, während ländlichere Gemeinden SPD, CDU oder AfD wählen. Ebenfalls sind einige der Stimmen für die Kandidatin der Grünen durch Briefwahl eingegangen (Briefwahlbezirke 901 und 902 in Lohne mit 17,78% und 17,49%). Ansonsten konnte die Kandidatin in Stadt Vechta Bezirk 13 21,12%, in Bezirk 1 19,81% und in Bezirk 22 18,67% erlangen. Insgesamt sind einige der Bezirke in Vechta bei über 15 Prozent für die Kandidatin. 

Wählerwanderung:
 Die verlorenen 7,2% Erststimmen teilen sich im WK Vechta zwischen den Grünen (+6,8) und der AfD (+4,8) auf. Die FDP verliert ebenfalls 2,1 Punkte und die SPD hält ihr Ergebnis von 2017. Die Zweitstimmen aus Vechta (-10,8 Punkte) teilen sich zwischen SPD (+2,1), Grüne (+5,6) und AfD (+4,9) auf. Hier verzeichnen FDP (-2,9) und Linke (-0,8) ebenfalls Verluste.  Im Gesamtbild zeichnet sich diese Entwicklung in den meisten Gemeinden auch so ab: Die CDU und FDP verlieren überall zugunsten der anderen Parteien und Kandidaten. Einzelne kleinere Ausnahmen zeichnen sich dennoch ab, haben aber nur geringfügige Auswirkungen auf den Gesamttrend im WK. 

Fazit: 
Trotz des landesweit zu erkennenden negativen Trends für die CDU in den Erst- und Zweitstimmen konnte der WK 68 Vechta überragend abschneiden. André Hüttemeyer hat als neuer Kandidat deutlich mehr Erststimmen holen können, als Zweitstimmen, was dafür sprechen könnte, dass er als Person mehr überzeugt hat, als die CDU Niedersachsen. Dennoch ist das Zweitstimmenergebnis nicht nur das Beste in Niedersachsen, sondern auch das mit dem größten Abstand zur SPD. Zusätzlich ist sein Erststimmenergebnis landesweit das Zweitbeste und nur 0,3 Punkte hinter dem ersten Platz. Das Landesergebnis lässt Grund zur Sorge. Überall verliert die CDU an Zweitstimmen und muss einige Direktmandate an die SPD abgeben. Selbst in den am besten abschneidenden Wahlkreisen sind hohe Einbußen zu erkennen, und das obwohl hier die Direktkandidaten Spitzenergebnisse einfahren. Das lässt darauf schließen, dass die Kandidaten in den jeweiligen Wahlkreisen besonders gute Arbeit leisten, und dass die Landes CDU es nicht geschafft hat genug Wähler zu mobilisieren. Der angekündigte Rücktritt von Althusmann ist eine logische Konsequenz, Hochachtung gebührt das er diesen Schritt so konsequent direkt gegangen ist. Gleiches gilt für Dirk Töpfer. Jetzt gilt es schnell Einigkeit für die Positionen Fraktionsvorsitz und Parteivorsitz zu bekommen.
Die CDU in Niedersachsen steckt in einer sehr großen Krise. Alle gemeinsam sollten wir die Zeichen der Zeit erkennen und mutig zukunftsweisende Akteure vorran stellen.